REPLACE INVADERS

Fremde Lebensarten betreten Neuland zwischen Ostsee und Donau
Hello 2018! I wish you all a soft and gentle start 😚 Last year ended so perfectly with bonfire at danubes’ beach and childhood food “Knüppelkuchen“, last outdoor coffee and favourite people. I had a hot and cosy bath to go sparkling clean into my...

Hello 2018! I wish you all a soft and gentle start 😚 Last year ended so perfectly with bonfire at danubes’ beach and childhood food “Knüppelkuchen“, last outdoor coffee and favourite people. I had a hot and cosy bath to go sparkling clean into my next new year and then we drove up a hill to see our towns’ fireworks. Always better from far away 🎆🎆🎆 .
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Manche invasive Arten, die sich zu sehr ausbreiten, können heimische, bodenstÀndige Arten verdrÀngen. Das hört sich jetzt so rassistisch an, also botanischer Rassismus liegt mir fern. Die meisten Arten sind eine Bereicherung. Das hat es immer gegeben. Immer in der Geschichte und das ist ein evolutiver Prozess.

DR. FRIEDRICH SCHWARZ
Abteilungsleiter Botanischer Garten und Naturkundliche Station/ Naturschutzbeauftragter in Linz

“Die bösen Blumen”, Radiofeature, Freier Rundfunk Oberösterreich, 20.12.2012

The Replace Invaders conquered the Netherlands very softly.

The Replace Invaders conquered the Netherlands very softly.

Es gibt Gans!

Replace Invader N°24: 
Die Kanadagans
 

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Über Skandinavien, Belgien, die Niederlande, England, Irland und Deutschland fliegen die Kanadagänse in V-Formation. Sie sind Meergänse. In Schweden wurden die weißwangigen Gänse angesiedelt und von hier verbreitern sie flugs ihren Lebensraum.

An der Ostseeküste gesellen sich über 20.000 Wintergäste zu den hier lebenden Gänsen hinzu. Die Kanadagans ist ein bisschen größer als die Graugans und weil sie einen längeren Hals als diese hat, kann sie in Gewässern tiefer gründeln. Das ist gut, so nimmt sie der Graugans nichts weg.

Kommen Kanadagänse in großen Scharen auf ein Feld, weiden sie große Teile der Saat ab. Bei Getreidebauern sind sie nicht sehr beliebt.

Sie haben wie alle Gänse einen rotfelligen Fressfeind: den Fuchs. Aber auch Habichte und Seeadler jagen die Gänse. Humane Jäger haben natürlich auch auf den Wildvogel abgesehen und tauschen im Internet Gänsebratenrezepte.

Ungefähr 5 kg wiegt eine Kanadagans. 

Ursprung: Nordamerika
In Deutschland: seit 1970er


Illustration: Tine Schulz

Fadisierend und falsch

Replace Invader N°23: 
Die Scheinerdbeere
 

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Zu allererst: sie schmeckt fad. Und die Früchte sind klitzeklein. Ihren Ursprung hat, die als Zierpflanze eingereiste Pflanze, in Südostasien. In Österreich ist die Scheinerdebeere – oder Falsche Erdbeere –  seit Beginn des 20. Jh. verwildert . Man findet sie in der Stadt wie auf dem Land, in Gärten, an Waldrändern, in Siedlungen und Innenhöfen. Sie blüht gelb im Unterschied zur Walderdbeere. Die Falsche Erdbeere ist immergrün, ein super Bodendecker und winterhart. 


Ursprung: Südostasien
Existiert in Österreich oder Deutschland: 20. Jh.


Illustration: Silke Müller

Die Bösen Blumen – Oder wie man mit biologischer Invasion umgeht

In einem Feature besucht Silke Müller den Leiter des Botanische Gartens in Linz, Dr. Friedrich Schwarz. Er ist Stadtökologe, Botaniker und Biologe.

Es sprechen: Dr. Friedrich Schwarz, Jerneja Zavec, Oliver Jagosch und die Autorin



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soundcloud.com

(Source: SoundCloud / silkemueller)

urbanice

Replace Invader N°22: 
Der Eschen-Ahorn
 
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Die erste Erwähnung des Eschen-Ahorns in Europa betrifft einen Garten in England 1688. Bis zu 15m wird der Laubbaum aus der Gattung der Ahorne und er wächst rasch. Darum wurde er in Europa als Park und Ziergewächs angesiedelt.

Gegen Abgase und Staub in Städten ist der Eschen-Ahorn ebenso, wie gegen Trockenheit, unempfindlich. Ideal also für urbane Räume. Aber auch in den Donau-Auen ist der Baum sehr verbreitet und steht unter Verdacht die “alteingesessenen” Baumarten Schwarzpappel und Silberweiden zu verdrängen. By the way: Schwarzpappeln wurden seit dem 18. Jh. in Italien kultiviert, man vermutet, dass sie aus Persien stammen.


Ursprung: Nordamerika 
Existiert in Österreich oder Deutschland: Ende 17. Jh.


Illustration: Silke Müller

Pleased to eat you.

Replace Invader N°21: 
Die Wollhandkrabbe
 

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Anfang des 20. Jahrhunderts sind die Krabben wahrscheinlich mit dem Ballastwasser von Handelsschiffen nach Europa mitgebracht worden.
Die Blinden Passagiere haben sich seitdem in Nordsee, Ostsee, Elbe, Rhein und Bodensee angesiedelt.

Weil sie hier nicht so sehr als Delikatesse, wie in Asien, beliebt sind werden sie lediglich als Plage wahrgenommen. Sie sind ca. 7 cm große Allesfresser und konkurrieren bei der Nahrung mit den Fischarten vor Ort. Außerdem beschädigen sie mit ihren Scheren die Netze von Fischern, während sie die darin gefangenen Fische anknabbern.

Natürliche Feinde haben die haarigen Krabben in Europa nicht. Nur einige Flußfischer drehen den Spieß nun um und verkaufen gefangenen Wollhandkrabben nach Asien zurück. Dort werden sie dann lebend gegart und genüsslich verspeist.

Ursprung: Gelbes Meer, Pazifik, Küsten von China, Japan und Korea
In Deutschland: 1912 in der Aller entdeckt


Illustration: Tine Schulz

Kolumbianischer Gewürzdeal

Replace Invader N°20: 
Das Kleinblütige Knopfkraut
 

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Aus den Tropen in kühlere Gegend gezogen, ist das Knopfkraut ganz frostempfindlich.

Ende des 18. Jh. ist die 20 - 40 cm hohe Pflanze in die Botanischen Gärten Europas gekommen. Weil die Blätter so gut schmecken wurde es bald landwirtschaftlich angebaut, heute bezeichnet man es als eher Unkraut.

Das gelbblühende Kraut dient als Viehfutter und lässt sich prima zu Wildkräutersalat machen. In Kolumbien wird Ajiaco de Bogotá (Hühnersuppe) mit dem Kraut gewürzt. Man findet es häufig an Wegrändern.

Ursprung: Kolumbien
Existiert in Österreich oder Deutschland: Ende 18. Jh.


Illustration: Silke Müller

Atemberaubend

Replace Invader N°19: 
Die Ausdauernde Ambrosie
 

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Auf globalen Transportwegen und im Import-Vogelfutter versteckt, reist die Ausdauernde Ambrosie nach Europa.

Leider nutzt sie nicht der Unsterblichkeit, sondern hat höchst allergenes Potenzial. Sie lässt von August bis Oktober ihren Pollen frei, der bei AllergikerInnen unter anderem Ausschlag und Bindehautentzündungen auslösen kann. Schwerer, als bei schon lange vorhandenen allergieauslösenden Pflanzen, werden Heuschnupfen, Niesanfälle oder Atemnot angegriffen, wenn die Ambrosie dafür verantwortlich ist.

Man findet sie oft entlang von Bahnschienen oder auf Brachen. Andere Arten verdrängt die Ausdauernde Ambrosie nicht. 

Ursprung: Nordamerika
Existiert in Österreich oder Deutschland: seit Ende des 19. Jh.


Illustration: Tine Schulz

Kuschelige Integration

Replace Invader N°18: 
Der Mink
 

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Der Mink, der Amerikanische Nerz, ist aus Pelztierfarmen entkommen und hat sich in Europa angesiedelt. Seit 1920 wurden sie in Pelzfarmen gezüchtet. Da kam Pelz so richtig verschwenderisch in Mode.

Ein Mink lebt am liebsten an Ufern, und ernährt sich von Kleinsäugern, Vögeln, Fischen und Amphibien. Darum hat er auch Schwimmhäute zwischen den Zehen. Entdecken kann man ihn an Flüssen, Küsten, Seen und Auen. (z.B. im Waldviertel Österreichs, an der Donau, auf Fehmarn, am Nord-Ostsee-Kanal)

Diese Marderart hat eine ökologische Nische in Europa gefunden, denn er unterscheidet sich von den schon anwesenden Iltisen und Mardern, indem er nicht wählerisch ist, was seine Nahrung angeht. Der Europäische Nerz ist nahezu ausgestorben und der Mink nimmt seinem Platz in der Natur ein - eine geglückte Integration.

Er ist ein fantastischer, dämmerungsaktiver Jäger und nimmt es auch mit 2 kg schweren Bisamratten auf – die ebenfalls eingewandert sind – obwohl er selbst nur ca. 1,5 kg wiegt.

Ursprung: Nordamerika
Existiert in Österreich oder Deutschland: seit Anfang der 1920er


Illustration: Silke Müller

Ein Braunwurzgewächs

Replace Invader N°17: 
Der Sommerflieder
 

Illustration - Tine Schulz

Wem diese Pflanze nutzt, sagt sein zweiter Name: Schmetterlingsstrauch. Die Raupen jedoch, kann der Nektar des Flieders nicht ernähren. Dafür braucht es Brennnessel, Wilde Möhren oder Fenchel.

Der Sommerflieder ist eine verwilderte Gartenpflanze. An Bahndämmen findet man häufig. Sein invasives Wachstum verdrängt andere Pflanzenarten, man kann ihn aber für ca. 6 € im Gartenhandel kaufen. In der Schweiz wird der Sommerflieder gezielt vernichtet.

Ursprung: aus den mediterranen Gebirgen, China und Tibet
Existiert in Deutschland oder Österreich: seit Beginn des 20. Jh. 




Illustration: Tine Schulz

Drosophila suzukii

Replace Invader N°16: 
Die Kirschessigfliege
 

Illustration - Silke Müller

Sie ist eine winzige (ca. 2 mm) Fruchtfliege, die aus Südostasien stammt. Sie reist im weltweiten Fruchttransport mit.

Drosophila suzukii ist ihr wissenschaftlicher Name. Sie macht sich nicht über gärende Früchte her, sondern über frische. Dahinein legt die Kirschessigfliege ihre Eier und die Larven entwickeln sich dort. Die enorme Vermehrung (bis 15 Generationen pro Jahr) richtet viel Schaden an. 

Die Fliege mag nicht nur Kirschen auch Pfirsiche, Marillen, Pflaumen, Trauben und Beeren schmecken ihr. Die Früchte sind schon 2 Tage nach der Eiablage ungenießbar faulig. 

Dieses Insekt ist schwer zu bekämpfen, weil die reifen Früchte kurz vor der Ernte nicht mit Pestiziden behandelt werden können. Man kann sie jedoch in Apfelessigfallen locken. In Europa sucht man die natürlichen Feinde des Winzlings, eine Wespenart könnte ihr Gegenspieler werden.

Ursprung: Südostasien
Existiert in Österreich oder Deutschland: seit Ende der 1990er




Illustration: Silke Müller

Aufenthaltsbewilligung im Garten

Replace Invader N°15: 
Der Knotige Storchschnabel
 

Illustration - Tine Schulz

Sein Aufenthaltsstatus laut Bundesamt für Naturschutz: eingebürgerter Neophyt. (Ein gebietsfremde Pflanze, das mit direkter oder indirekter Hilfe des Menschen eingewandert ist.) 

Die Blüten der Storchschnäbeln werden von Wild- und Honigbienen, Kä­fern und Hummeln belagert. Ungefähr 40 cm groß können die helllila blühenden Pflanzen werden. Man findet sie in freier Wildbahn und oft in Gärten, dort sind sie beliebte Bodendecker und Pflanzen für die schattigeren Plätze.

Ursprung: aus den mediterranen Gebirgen, Mittelitalien




Illustration: Tine Schulz